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Vernissage: 30.11.2019, 20:00 Uhr

mit musikalischer Begleitung Lucy Chapman

Lesung: 07.12.2019, 20:00 – Nepomuk Ullmann

Finissage: 20.12.2019, 20:00 Uhr


Hulusi Halit, in Zypern geboren, hat sich schon als sehr junger Mensch dem künstlerischen Schaffen gewidmet und war sechs Jahre Meisterschüler von Ali Atakan, einem anerkannten türkisch - zypriotischen Künstler. Als er 1974 nach Berlin kam, waren allerdings andere Dinge wichtiger: Deutsch lernen, Studieren, Erzieher werden, Geldverdienen, Vater werden…

Erst Mitte der Neunziger widmete er sich wieder der eigenen Kunst.

Die Farben und Geschichten seiner Heimat, die Liebe zur Natur und ihre vielseitige Aussagekraft fordern die Betrachtenden immer wieder heraus, das Bild neu zu entdecken. Sie prägen seinen unverkennbaren Stil – sei es als Malerei, Zeichnung, Skulptur oder bei den kreativen Interpretationen seiner geliebten Bäume –in der aktuellen Ausstellung als „Wurzelwerke“ zu bewundern.


 Ole Töns, Journalist, hielt 2005 seine Begegnung mit Hulusi Halit mit diesen Worten fest:

„… Eben noch hat er in seiner Wohnung seine Bilder aus den letzten Jahren gezeigt. Auf einem ist ein Minarett zu erkennen, Soldaten dagegen auf keinem. Es ist darauf, als würden Körper und Dinge tanzen, um sich den Gesetzen der Schwerkraft und Perspektive zu entziehen. „Man muss ja auch nicht immer alles sagen“, meint Halit irgendwann. „Wenn man alles gesagt hat, ist manchmal alles weg.“ Tatsächlich spricht er wenig von seinen Bildern an diesem Abend. Er spricht von Zypern, von einzelnen Situationen, flüchtigen Erinnerungen. Doch je länger er spricht, desto mehr entfalten seine Bilder im Rückblick ihre eigene Geschichte. …

Erst 1999 beginnt Halit wieder zu malen. Das erste Bild ist eine Art kreative Explosion. Es hat kräftige Farben, ist voller Energie und einender durchdringender Formen, von denen kaum eine eindeutig beschreibbar wäre. "Wir haben uns damals wiederentdeckt, wir hatten endlich mehr Zeit für uns", sagt Halit. Und doch erzählt dieses Bild viel mehr. Es erzählt dicht und vielschichtig von einer wechselvollen Geschichte zwischen Mann und Frau. Es zeigt mehr als jeder einzelne Moment sagen könnte. Es ist gerade die Verweigerung der Gegenständlichkeit, die von etwas erzählen kann, das oft im Moment verschwindet, wo es gesagt wird. Das Bild heißt Liebe.

Die Sonne ist längst untergegangen und es wird kühl in der Bergmannstraße, als Halit noch einmal auf die Moschee von Paphos zurückkommt. Sie ist auf einem der nächsten Bilder zu sehen, die er 2003 gemalt hat. "Auf dem Weg zum Minarett war so ein Schild", erinnert er sich. Damals stand es in dem Gebiet, wo die Türken wohnten und jemand hatte darauf geschrieben "Ich bin stolz, ein Türke zu sein." "Ich war aber nicht stolz", sagt Halit lächelnd, "deswegen wollte ich dort weg." Ein paar Jahre später war er noch einmal dort. Inzwischen befand sich das Schild auf griechischem Territorium und darauf stand "Niemals vergessen" zur Erinnerung an die türkische Besetzung.

Das Bild, das Halit von dieser Moschee gemalt hat, hat etwas gemeinsam mit dem von der Liebe. Es ist darauf, als hätten sich Minarett, Torbögen, Gassen und Schild aus ihrer Verankerung gelöst, als hätten sie sich für immer einer endgültigen Beschreibung entzogen. Es zeigt mehr als jeder einzelne Moment der Geschichte.

RECHTLICHE HINWEISE

Galerie Salon Halit-Art

Kreuzbergstr. 72, 10965 Berlin

Öffnungszeiten

Mo - Fr    16.00 - 20.00 Uhr

         Sa    14.00 - 18.00 Uhr

und nach Vereinbarung

(+49) 176 23768215

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